6. D-A-CH-Sicherheitsforum am 20. & 21.11. im Bio-Hotel Stanglwirt, Tirol.

Das Top Security Management zu Gast in Tirol. Eine Tagung mit Netzwerkcharakter auf höchstem Niveau in allen Belangen.

 

Mit einem ungezwungenen Get-Together zum Auftakt der 2-tägigen Konferenz bot sich am Vorabend wieder die Möglichkeit im tollen Ambiente des Sternehotels neue Gesichter kennenzulernen oder „alte“ Freunde wieder zu treffen. Am Morgen dann auch die formelle Begrüßung durch Rainer von zu Mühlen, Günter Großhanten und Bernhard Mayerhofer zur bereits 6. und bis dato bestbesuchten D-A-CH Sicherheitskonferenz. Die kurze Vorstellungsrunde der TeilnehmerInnen lies auch dieses Jahr wieder einmal eine hohe Qualität erkennen, was die Veranstaltung, auch abseits der Vorträge, jedes Jahr wieder zu einer hochkarätigen Austauschplattform macht.

In diesem Sinne eröffnete Prof.em.Dr. Günther Schmid mit einer Skizze der neuen Weltordnung im Hinblick auf Ordnung und Sicherheit vor dem Spannungsfeld Russland, China und Amerika. Der globale „Stresstest-Trump“ lässt China und Russland vermehrt ihren internationalen Gestaltungsspielraum testen, was uns laut Prof. Schmid eher in ein Zeitalter der A-polarität und des Zerfalls der bestehenden Sicherheitskultur als zu einer neue Weltordnung führen wird.

Von der weltpolitischen Situation zum Anwendungsfeld Wirtschaft. Elad Gadot begann seinen Vortrag mit einer Lektüreempfehlung: „Extreme Ownership“ als ein „neues“ Management Programm, das Wissen der NAVI Seals erfolgreich für die Wirtschaft integriert und adaptiert hat. Im weiteren gab Herr Edak gewohnt unterhaltsam und gleichzeitig alarmierend fundierte Einblicke zu Sicherheitsrisiken im Bereich Aviation Security, allen voran dem Terrorismus.

Weiter geht es mit Thomas Boye Dyregaard, der als Head of Corporate Security des internationalen Fracht Giganten „Mearsk“  sehr ehrliche Einblicke in die Herausforderungen und den Bewältigungsprozesses der größten Cyberattacke (49 000 infizierte PC) des Unternehmens in 2017 und den lessons-learned gewährte. Die Einbindung von sozialen Medien und analogen bzw. multioptionale technologische Arbeitsvorgängen führten Mearsk damals schnell wieder aus der Krise.

Boris Beuster knüpfte thematisch an seinen Vorredner an. Aus seiner Tätigkeit bei innogy, dem größtem Stromversorger Deutschlands, skizzierte er an echten Fallbeispielen Ursachen, Auswirkungen, Herausforderungen und Komplexität der Cybersecurity im Rahmen der Industry 4.0. Für Ihn sind der Mensch als „skilled“ User, sowie die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft Schlüsselfaktoren. Gemeinsames Lernen und Awareness werden damit zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

Andreas Radlbauer gewährte Einblicke in die Unternehmenssicherheit „von der dunklen Seite“ der Sicherheit. Durch die Methode des „Red-Team-Assessement“ (eine unabhängige Expertengrupe tritt zum Erkenntnisgewinn eines Unternehmens als Täter auf), können wichtige Informationen über potentielle Angreifer, modi operandi und Schwachstellen gewonnen werden. Abschließend zeigte er, wie benutzerfreundliche Hackertools Account-Hacking auch für Laien zum Spaziergang machen können.

Den ersten Votragstag schloss Thomas Goiser und stellte als Vertreter des FH Campus Wien auch kurz den wissenschaftlichen Kooperationspartner des D-A-CH Sicherheitsforums vor. Er gewährte darüber hinaus erste Einblicke in die Ergebnisse des KIRAS geförderten Projekt AQUS, welche sich aus der Befragung von 71 Unternehmen der kritischen Infrastruktur ergaben. Dieses wichtige Projekt, befasste sich erstmals in Österreich mit neuen Ausbildungs- und Qualitätsstandards für Sicherheitsdienstleister.

Echte Tiroler Brettljause und zünftige Unterhaltung gaben den abendlichen Rahmen für die nun entflammten Fachdebatten sowie diverses „Gefachsimple“ und ließen den erste Tag langsam ausklingen.

Tag 2 begann mit einem Einblick in die Unternehmenssicherheit der Deutschen Post DHL Group. Christiane Hirsch referierte über die Wichtigkeit und das Potential eines „Security Marketings“, welches Sie erfolgreich für ihr Unternehmen initiieren konnte. In Ihrem inspirierenden Vortrag gab Sie Einblicke in Ihren kreativen Schaffungsprozess und bietet mit Gamefication durch Quiz-Apps, Gewinnspielen und einem Security Award zahlreiche Anreize und Ideen für die eigenen Umsetzung.

Mit Dr. Richter auf einem Exkurs in die Zukunft. Da viele Prognosen und Extrapolationen aufgrund der zunehmenden Nicht-Linearität der Welt kein belastbares Prognose Instrument darstellen, bedarf es anderer Methodik. Seine Einführung in die strategischen Zukunftsanalysen zeigte daher, wie anhand von Szenarien (Abbildungen komplexer Sachverhalte), die Grundlage guter Entscheidungen simuliert werden und welche Potentiale sich aus diese Methodik ergeben können.

Aus seiner Expertise als Pressesprecher der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt berichtete Reza Ahmari von seinen Erfahrungen mit den modernen Medien und Kommunikationstechnologien sowie ihren Auswirkungen auf den polizeilichen Arbeitsalltag und besonders der Krisenbewältigung. Mit spannenden Einblicken schilderte er Gefahren, lessons learned und best practice im Spannungsfeld Medien, Rezipienten bzw. Öffentlichkeit und Polizei.

Der menschlichen Natur wohnt neben der selektiven Wahrnehmung auch eine Tendenz zur Sinnmachung inne, welche leider nicht sicher von Manipulation ist. Auf diesen Grundlagen setzte Felix Juhl mit seinem Vortrag über Fake-News, Manipulation und Propaganda an, denn vor allem das Internet ermöglicht es immer leichter alternative Wahrheiten/ Realitäten entstehen zu entlassen. Bedenklich, wenn so die Manipulation von Weltereignissen und Meinungen zur Dienstleistung wird (z.B. SCL Group).

Andrea Rohmeder und Gerald Kleinschroth von Siemens schlossen die Vortragsreihe mit der Vorstellung ihrer eigens entwickelten Travel Security App. Vor dem Hintergrund des Design Thinking Approach, als menschenorientierte Lösungsstrategie, berichteten sie anschaulich über den generellen Stellenwert für Travel Security, den damit verbundenen Anforderungen und dem Entwicklungsprozess der unternehmenseigenen Software.

Damit am Ende der Vortragsreihe angekommen können alle Beteiligten auf eine durchweg gelungene Veranstaltung zurückblicken, die wieder einmal eine einzigartige Symbiose aus Lokation, hochkarätigen Vorträge und namhaften Publikum geschaffen hat. In Anbetracht des stetigen Steigerungsprozesses über die vergangen 6 Jahre bleibt nur der verheißungsvolle Ausblick und die wärmste Empfehlung für das 7. D-A-CH Sicherheitsforum 2019.